FMEA | Failure Mode & Effects Analysis


Definition

FMEA steht für Failure Mode and Effects Analysis, oder zu Deutsch: Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse. Die FMEA ist eine analytische Qualitäts-Methode, die vorwiegend in der Automobilbranche (inkl. Zulieferer-Industrien) Anwendung findet, aber inzwischen auch in anderen Branchen im regulierten Umfeld (wie Medizintechnik oder Luftfahrt) zur Fehler-Vermeidung genutzt wird.

Ziel der FMEA ist es, Fehler im Vorfeld zu vermeiden, insbesondere wenn es bei den Fehlerfolgen um Leib und Leben gehen kann. Das heißt, bereits in den frühen Phasen der Produktentwicklung werden mögliche Fehlerursachen erkannt, Fehlerfolgen bewertet und Vermeidungs- und Entdeckungsmaßnahmen definiert. Damit wirken Unternehmen kostspieligen Produkt-Anpassungen oder gar Rückrufaktionen entgegen. Denn je später Fehler entdeckt werden, desto aufwändiger und teurer wird die Fehlerbehebung.


Kennzahlen der FMEA

BAE

Bedeutung, Auftretenswahrscheinlichkeit und Entdeckungswahrscheinlichkeit dienen der Risikobeurteilung. Anhand von Bewertungskatalogen werden ganzzahlige Werte meist zwischen 1 und 10 vergeben.

RPZ

Die Risiko-Prioritätszahl ergibt sich aus der Multiplikation von Bedeutung, Auftretenswahrscheinlichkeit und Entdeckungswahrscheinlichkeit:

RPZ = B x A x E

Die RPZ dient, wie der Name schon sagt, der Priorisierung aller identifizierten Risiken, um daraus eine Priorisierung der notwendigen Verbesserungspotentiale abzuleiten.

AP

Die Aufgabenpriorität ist eine Kennzahl, die im Rahmen des AIAG/VDA-Handbuches von 2019 entwickelt wurde. Diese löst die RPZ ab und bildet die Notwendigkeit von Verbesserungsmaßnahmen - ebenfalls auf Grundlage von BAE – ab. Anhand der Aufgabenpriorität werden alle Kombinationen aus B, A und E einzeln betrachtet und in eine hohe, mittlere und niedrige Aufgabenpriorität eingeteilt.


Arten der FMEA

  • Design-FMEA (D-FMEA, tw. auch als Produkt-FMEA bezeichnet)
  • Prozess-FMEA (P-FMEA)
  • Reverse-FMEA (R-FMEA)
  • FMEA MSR
  • System-FMEA

Normen und Standards

Es gibt vielfältige Normen und Standards für die FMEA, immer abhängig vom Kontext der Anwendung. Mit wachsender Produkt-Komplexität wachsen auch die Anforderungen an die FMEA: Jede Komponente muss einzeln betrachtet werden, für jedes Bauteil kann eine eigene FMEA gefordert sein. Daher werden Normen und Standards immer wieder aktualisiert und an neu entstehende Herausforderungen und Technologien angepasst.

Ein Auszug relevanter Normen und Standards:

  • DGQ Band 13-11 (Automobilbranche)
  • SAE J1739 (Automobilbranche)
  • AIAG/VDA Handbuch (Automobilbranche)
  • IATF-16949 (Automobilbranche)
  • IEC 60812 (Elektronikbranche)

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