Mehr Effizienz im Produktentstehungsprozess

Der Produktentstehungsprozess beinhaltet sämtliche Arbeitsschritte für ein neues Produkt - von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Fertigung. Produkte zu entwickeln und zeitnah zur Markreife zu bringen, gehört zu den kritischen Wettbewerbsfaktoren. Komplexe Weltprodukte, die auf allen Märkten gleich aussehen, gibt es kaum. Eine hohe Diversifizierung und die Einbindung von Kundenwünschen in den Produktentwicklungsprozess bedingt eine gesteigerte Komplexität. Früher übliche, serielle Prozesse mit langen Entwicklungszeiten können sich Unternehmen aufgrund des rasanten Technologiefortschritts und der gestiegenen Konkurrenz nicht mehr leisten. Softwaregestützte simultane Prozessabläufe verkürzen den Entwicklungsprozess.

Mehr Effizienz im Produktentstehungsprozess

Produktplanung - Eine abteilungsübergreifende Herausforderung

Neue Produkte zu entwickeln und den Produktlebenszyklus zu steuern, ist zentrale Aufgabe und Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Der Produktlebenszyklus verkürzt sich kontinuierlich. Bestehende Produkte werden durch neue Produkte - mit teilweise disruptiven Technologien - ersetzt und erobern wertvolle Marktanteile. Abhängig von der Komplexität und den verwendeten Technologien dauert jeder Produktentstehungsprozess unterschiedlich lange. Durch die Integration neuer Technologien, individuelle Kundenwünsche sowie eine gestiegene Markttransparenz steigen die Anforderungen.

Um innovative, kundenorientierte Produkte zu entwickeln, kooperieren Mitarbeiter verschiedener Abteilungen und Standorte - oft sogar auf internationaler Ebene. Während die strategische Produktplanung in der Vergangenheit Angelegenheit weniger Personen war, wird im Rahmen agiler Führungsstile die Verantwortung auf viele Schultern verteilt. Doch die Zusammenführung unterschiedlicher Perspektiven und unterschiedlichen Know-hows entstehen neue, kreative Ideen. Wertvolle Impulse kommen aus der internen und externen Forschung und Entwicklung. Die Wirtschaftlichkeit, Erfüllung von Kundenbedürfnissen, langfristige Unternehmensstrategien und technische Machbarkeit sind entscheidende Faktoren für die Auswahl der Produktideen, die den eigentlichen Entwicklungsprozess durchlaufen.

Produktentwicklung - Konkrete Konstruktion

Die Entwicklung der konkreten Konstruktion erfordert hohes Spezialwissen von Technikern und Ingenieuren. Der Produktentstehungsprozess ist in seiner entscheidenden Phase. Im Lastenhaft definierte Meilensteine rechtzeitig zu erfüllen und Fehler zeitnah zu erkennen, ist essentiell, um Kosten und Aufwand auf einem wirtschaftlichen Niveau zu halten. Es gilt, das Risiko über alle Entwurfs- und Testphasen zu minimieren. Die Programmierung von Software sowie die Entwicklung elektronischer Komponenten erfolgt zeitnah, um so schnell wie möglich funktionsfähige Prototypen zu erhalten. Der Austausch der beteiligten Teams und der Zugriff auf aktuelle Entwicklungsdaten in Echtzeit wird durch geeignete Software unterstützt. Die hohe Transparenz ermöglicht das simultane Arbeiten am Konstruktionsprozess. Dieser ist in einzelne, klar strukturierte Prozesse unterteilt. Abgeschlossen ist die Konstruktion, sobald es einen funktionsfähigen und umfassend getesteten Prototypen gibt, der alle definierten Anforderungen erfüllt und für die Fertigung ein Minimum an Komplexität aufweist.

Fertigungsplanung - Effiziente Serienproduktion

Unter Gesichtspunkten der Lean Production, d.h. der maximalen Steigerung von Produktivität und Effizienz, wird der Prototyp nach einem festgelegten Fertigungskonzept in die Produktion überführt. Dazu zählt die konkrete Planung der Fertigung und der Aufbau geeigneter Infrastruktur. Die Festlegung der Fertigungsschritte und die Umrüstung der Anlagen erfordert abhängig vom Produkt einen unterschiedlich hohen Aufwand. Ist die Serienproduktion erfolgreich angelaufen, ist der Produktentstehungsprozess weitgehend abgeschlossen. In vielen Fällen geht es nun durch ein strukturiertes Product Lifecycle Management, spezielle Varianten des Produktes angepasst auf bestimmte Zielmärkte und Zielgruppen zu entwickeln. Sollten sich in der Verwendung des Produktes durch Kunden Fehler bzw. Schwachstellen offenbaren, werden diese während der laufenden Produktion behoben. Nur selten ist ein Fertigungsstop nötig.

Produktlebenszyklus - Eine Herausforderung des Product Lifecycle Management

Der Produktlebenszyklus beginnt nach der klassischen Definition mit der Markteinführung. Über die Wachstums- und Reifephase hinweg entwickeln sich die Absatzzahlen und der Umsatz erfolgreicher Produkte kontinuierlich positiv. In der Sättigungsphase verliert das Produkt an Attraktivität, um dann in der Degenerationsphase zum Ende seines Lebens zu gelangen.

Das Product Lifecycle Management beeinflusst, wie lange die einzelnen Phasen dauern. Spätestens während der Sättigungsphase sollte ein Unternehmen einen Produktnachfolger parat haben, um keine wertvollen Marktanteile an die Konkurrenz zu verlieren.

Nach neuer Sichtweise beinhaltet der Produktlebenszyklus die gesamte Produktentstehungsphase. Für den Produktentwicklungsprozess ist es wichtig, die Erkenntnisse aus vorangegangenen, markterprobten Produkten einzubeziehen und darauf aufbauend Fehler zu vermeiden bzw. erfolgreiche Features wiederzuverwenden. Kontinuierliche Verbesserungen aller Komponenten des Produktes vorzunehmen, sorgt dafür, dass Kunden dem Unternehmen treu bleiben und begeistert sind. Alle wichtigen Daten und Informationen in einer Software zu hinterlegen, garantiert, dass abteilungsübergreifend alle Mitarbeiter über einen einheitlichen Kenntnisstand verfügen.

Softwareunterstützung im Produktentstehungsprozess

Eine zentrale Software, mit deren Hilfe sich der gesamte Produktentwicklungsprozess steuern lässt, einzusetzen, ermöglicht durch die Definition eines klaren Workflows eine simultane Arbeitsweise an unterschiedlichen Komponenten und Entwicklungsschritten. Wichtige Daten digital abrufen zu können, verringert den Kommunikationsaufwand zwischen den einzelnen Abteilungen und innerhalb der Teams. Im Rahmen agiler Entwicklungsprozesse lassen sich Hierarchien abbauen - ohne Verantwortlichkeiten außer Kraft zu setzen. Vorgesetzte und Mitarbeiter haben die gleichen Rechte auf Daten zuzugreifen. Eine Risikoabwägung im Sinne der Freigabe sensibler Entwicklungsdaten ist abhängig vom jeweiligen Produkt.

Um die Qualität des fertigen Produktes zu sichern, ist ein kontinuierliches Qualitätsmanagement eine wichtige Voraussetzung. Softwarebasierte Methoden im Produktentstehungsprozess einzusetzen, hilft Fehler frühzeitig zu erkennen, im Team zu lösen sowie den Budget- und Zeitrahmen zuverlässig einzuhalten. Je höher der Anteil an Elektronik und Software in einem Produkt ist, desto wichtiger ist der Einsatz digitaler Methoden im Produktentwicklungsprozess. Ein entscheidender Vorteil des Einsatzes von Software im Produktentstehungsprozess besteht darin, dass der Fokus auf die Kunden durch das übergeordnete Product Lifecycle Management im Mittelpunkt steht.

Kontrolle über Großprojekte

Große Projekte im Rahmen des Product Lifecycle Management zu steuern, ist eine Herausforderung, die nur wenige Konzerne beherrschen. Die Implementierung einer Software, die den Produktlebenszyklus - insbesondere den Produktentwicklungsprozess - beherrschbar macht, sorgt für eine Reduzierung der Komplexität. Die Software unterstützt, den Produktentstehungsprozess in einzelne Teilprozesse mit klarer Rollen- und Hierarchieverteilung herunter zu brechen. Innerhalb der Teilprozesse können einzelne Bereiche - wie die Softwareentwicklung - agil organisiert sein. Interdisziplinäre Zusammenarbeit wird im Produktentwicklungsprozess durch die Software effektiv unterstützt bzw. in einigen Fällen - beispielsweise länderübergreifender Kooperationen unterschiedlicher Unternehmen - erst möglich.

Software, die den Produktlebenszyklus und insbesondere den Produktentstehungsprozess unterstützt, entwickelt sich zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Je höher die Ähnlichkeiten sind, die Produkte zueinander aufweisen, umso mehr ist Zeit ein kritischer Faktor im globalen Wettbewerb um Marktanteile und Kunden. Der Produktlebenszyklus verkürzt sich mit abnehmender mechanischer Komplexität und zunehmendem Softwareanteil der Produkte. Die Kunden erwarten kontinuierlich neue Features. Updates und veränderte Versionen können den Produktlebenszyklus verlängern. Eine Software unterstützt Unternehmen in der Einführung dieser ebenso wie in der Entwicklung neuer Produkte.

Quellen:
deacademic.com
computerwoche.de